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- Convenor:
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Matthias Harbeck
(UB der Humboldt-Universität)
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- Format:
- Roundtable
Short Abstract
Der Roundtable diskutiert Datenkolonialismus als Fortsetzung kolonialer Machtstrukturen in der Ethnologie. Er verhandelt faire Praktiken der Wissensproduktion, digitale Souveränität und Solidarität zwischen Forschenden und Forschungspartner*innen.
Long Abstract
In den letzten Jahren wurde sowohl in der SKA an den Universitäten als auch in Bibliotheken und Museen intensiv über die politische Frage der Dekolonisierung diskutiert – u.a. in Hinblick auf Sammlungen, Restitution, Repräsentation der und Zusammenarbeit mit den so genannten Herkunftsgesellschaften. Dies umfasst Debatten über (intellektuellen) Extraktivismus und die Sichtbarkeit von Beteiligten im Prozess der Wissensproduktion z.B. im Kontext kolonialer Datensammelpraktiken. Zentral ist dabei der Komplex der Interaktionen und Beziehungen zwischen Forschenden, Beforschten und vermittelnden Personen. Dies lässt sich in Teilen aber auch auf die breiteren Diskussionen um Datenschutz und Plattformökonomien übertragen.
Gleichzeitig entstehen neue Formen von Machtverhältnissen, die zunehmend über Daten, digitale Infrastrukturen und KI vermittelt werden. Der Begriff "Datenkolonialismus" versucht, diese Entwicklungen als Fortsetzung kolonialer Machtstrukturen zu beschreiben. Wie sinnvoll ist das Konzept für die Ethnologie und wie lässt sich dieser Bereich beforschen? Welche Fragen stellt er an gegenwärtige Formen von Wissensproduktion, Extraktion und digitaler Souveränität? In welcher Form finden Auseinandersetzungen im Feld zwischen Forschenden und Forschungspartner*innen zu diesen Fragen statt – welche Lösungen werden gefunden, welche Hindernisse treten auf? Welche fairen Formen der Datennutzung gibt es bereits im Fach und welche könnten gemeinsam mit den Forschungsinfrastrukturen und Partner*innen im Feld entwickelt und ausgehandelt werden?
Der Roundtable berührt alle drei Tagungsaspekte, insbesondere aber Fragen der politischen Verhandlungen um Datensouveränität und faire Forschungspraktiken. Damit verortet er den Datenkolonialismus im Spannungsfeld von Macht, Wissen und Solidarität.