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T0078


Bewegt werden, bewegen, sich engagieren: Bildung und Zivilgesellschaft in superdiversen Gesellschaften 
Convenors:
Verena Schneeweiss
Anita Galuschek (Hardtstiftung)
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Format:
Workshop
Working groups:
Anthropology Education

Short Abstract

Was Menschen in superdiversen Gesellschaften bewegt und wie daraus Engagement entsteht, prägt die Aushandlung von Zugehörigkeit und Zusammenleben. Durch Bildung und Zivilgesellschaft werden Solidarität, demokratische Teilhabe sowie gesellschaftliche Veränderungen angestoßen und gestaltet.

Long Abstract

Gesellschaftliche Vielfalt, demokratische Teilhabe und der Umgang mit Differenz prägen gegenwärtige Aushandlungen von Zugehörigkeit und Zusammenleben. Superdiversität bezeichnet die Überlagerung unterschiedlicher sozialer Positionierungen und Lebenslagen, etwa entlang von Migration, Aufenthaltsstatus, Sprache, Religion, Bildung, Alter, Geschlecht und sozioökonomischer Positionierung (Vertovec 2023). Diese Konstellationen strukturieren Erfahrungen von Zugehörigkeit und Differenz und prägen, was Menschen bewegt und welche Formen von Solidarität, Engagement und gesellschaftlicher Teilhabe entstehen. Bildung und Soziale Arbeit bieten Räume und Ressourcen, in denen solche Aushandlungen stattfinden, kollektive Vorstellungen von Gesellschaft entwickelt und Handlungsmöglichkeiten erprobt werden. Zugleich gestalten zivilgesellschaftliche Initiativen und soziale Bewegungen gesellschaftliche Prozesse und schaffen eigene Formen von Bildung, Gemeinschaft und politischer Teilhabe. Ethnologische Bildungsarbeit bewegt sich damit an der Schnittstelle von gesellschaftlichen Veränderungen, Bildungsprozessen und zivilgesellschaftlichem Engagement. Der Workshop verbindet ethnologische Forschung mit Bildungs- und Praxisfeldern und reflektiert, was Menschen bewegt, wie daraus Engagement entsteht und wie Bildung, Zivilgesellschaft und demokratische Praxis Zusammenleben gestalten. Im Zentrum stehen folgende Fragen:

• Wie verändern sich Bildung, Soziale Arbeit und Engagement in superdiversen Gesellschaften?

• Wie werden in Bildungsprozessen kollektive Visionen von Gesellschaft verhandelt?

• Was bewegt Menschen zu zivilgesellschaftlichem Engagement, Solidarität und Positionierung gegen Diskriminierung?

• Wie korrelieren Antifaschismus als Haltung und Engagement für Menschenrechte mit Antifaschismus als politisch aufgeladenem Begriff?

• Welche Rolle spielen Affekte, Emotionen, Körper, (digitale) Räume und Materialitäten im Bildungsbereich?

• Welche Möglichkeiten bieten Bildung und ethnografische Forschung für demokratische Teilhabe und gesellschaftliches Handeln?

Gesucht werden empirische, theoretische und methodische Beiträge sowie (Projekt-)Beispiele aus der ethnologischen und pädagogischen Praxis, die diese Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten.