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T0041


Kollektives Erinnern und Handeln: Experimentelle Methoden in der ethnographischen Lehre  
Convenor:
Judit Tavakoli
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Chair:
Sina Ahlers (Sina Ahlers)
Format:
Lab

Short Abstract

Wie lassen sich Affekte ethnographisch erfassen und vermitteln? Das Lab erprobt getragene Geschichten und Handlungsanleitungen als experimentelle Methoden, um affektives Wissen zu erfahren, zu reflektieren und öffentlich zugänglich zu machen.

Long Abstract

Das Lab knüpft an die Erfahrungen aus einem Seminar an, in dem interdisziplinäre Studierende, Künstler*innen und Wissenschaftler*innen gemeinsam zu affektiven und emotionalen Erfahrungen gearbeitet haben. Das Erinnern, Teilen und Weitertragen solcher Erfahrungen spielt in ethnographischen Arbeiten eine zentrale Rolle. Affekte und Emotionen prägen dabei ethnographische Begegnungen und Wissensproduktion (Stodulka, Thajib & Dinkelaker, 2019). In der Methodenausbildung werden sie zwar häufig thematisiert, aber nicht praktisch bearbeitet. Das Lab lädt dazu ein, experimentelle didaktische Methoden zu erproben, mit denen Studierende und Lehrende affektive Erfahrungen erfassen, gemeinsam reflektieren und in eine andere Form übersetzen können.

Wir beginnen mit einer Übung zu getragenen Geschichten. In Kleingruppen erzählen wir uns persönliche emotionale Geschichten aus dem universitären Kontext. Anschließend wird jede Person Trägerin einer Geschichte, die durch die Erinnerung ergänzt, vergessen und umgestaltet wird. Daran schließt sich eine Reflexionsrunde an: Wie teilen wir unsere Erfahrungen und Emotionen anderen mit und wie fühlt es sich an, wenn unsere eigene Geschichte erzählt wird?

Ergänzend erproben wir Scores, eine Textgattung aus der Kunst. Scores sind Handlungsanweisungen, die von jeder Person ausgeführt werden können. Sie bieten eine Möglichkeit affektive und sensorische Erfahrungen in eine mögliche (alltagsnahe) oder unmögliche (poetische) Interaktion zu überführen. Im Zweiten Teil unseres Labs möchten wir die geteilten Geschichten in Scores überführen. Kollektive Erinnerungen dienen als Grundlage für Handlungsaufforderungen, die die Gruppe aktiviert (handlungsfähig macht), aber potenziell auch Menschen außerhalb des Labs ins Handeln bringen kann. Die gesammelten Narrative und literarischen Formen eröffnen Möglichkeiten emotionale Erfahrung jenseits rein analytischer Darstellung zugänglich zu machen.