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T0034


Körper in Bewegung: Materialisierung, Transformation und die Konstruktion von Stabilität 
Convenors:
Sinah Kloß (University of Bonn)
Karoline Noack (University of Bonn)
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Format:
Workshop

Short Abstract

Körper sind kontinuierlich in Bewegung und materieller Transformation. Das Panel fragt, wie Stabilität als vorübergehender Effekt von Bewegung durch soziokulturelle Praktiken hervorgebracht wird und welche sozialen und politischen Ordnungen dadurch (re-)produziert werden.

Long Abstract

Der Bewegung scheint die Transformation inhärent, während Stabilität als deren Gegenpol verstanden wird. Dieses Panel schlägt vor, Bewegung als grundlegende Bedingung sozialen und materiellen Lebens zu begreifen und Stabilität als etwas, das fortlaufend konstruiert, d.h. materialisiert werden muss. Menschliche und nicht-menschliche Körper bilden hierfür den zentralen Ausgangspunkt. Obwohl sie oft als geschlossene, beständige und abgrenzbare Entitäten erscheinen, befinden sich Körper kontinuierlich in Bewegung und materieller Transformation. Gerade am Körper wird sichtbar, dass Stabilität nicht das Gegenteil von Bewegung ist, sondern deren vorübergehender materieller Effekt.

Wir fragen, wie sich Körper in (vertrauten) Umgebungen bewegen und verändern und unter welchen Bedingungen bestimmte körperliche Formen als beständig erscheinen. Medizinische Kontexte, Schönheitspraktiken und religiöse Rituale zeigen exemplarisch, wie menschliche Körper durch Pflege, Disziplinierung, Berührung und Eingriffe verändert und stabilisiert werden. Körper entstehen und transformieren sich dabei in Beziehungen zu anderen menschlichen und nicht-menschlichen Körpern, Substanzen und Umwelten. Sammlungen und Museen bilden einen weiteren exemplarischen Ort, an dem durch Sammeln, Klassifizieren, Konservieren eine scheinbare Stabilität entsteht. Wie können wir aber auf Körper blicken, wenn wir diese Praktiken als Bedingungen für (Provenienz-)Forschung, Kollaboration, Ausstellen und damit als Bewegung begreifen und das Sich-Befinden der Körper in Vitrinen und Depots als vorübergehenden materiellen Effekt?

Diese Perspektive verschiebt den analytischen Blick: Nicht Bewegung bedarf der Erklärung, sondern die zeitweilige Fixierung körperlicher Formen. Welche Praktiken, Formen von (Care-)Arbeit und Machtverhältnisse stabilisieren Körper, und welche sozialen und politischen Ordnungen werden dadurch (re-)produziert?