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- Convenors:
-
Benedikt Jahnke
(University of Kassel)
Daniel Kofahl (APEK Consult)
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- Format:
- Workshop
- Working groups:
- Culinary Anthropology
Short Abstract
Essen bewegt Menschen. Alimentäre Praktiken und Geschmacksordnungen bewegen sich räumlich, generationell, über Milieu-Grenzen hinweg. In diesem Spannungsfeld untersucht der Workshop kulinarische Affekte, Materialitäten, Infrastrukturen und Kulturkontakte vergleichend und theoriepluralistisch.
Long Abstract
Essen bewegt Menschen in einem sehr unmittelbaren Sinn: Es erzeugt Appetit und Ekel, Genuss und Abneigung, Vertrautheit und Irritation. Zugleich bewegen sich Lebensmittel, Gerichte, Techniken und Geschmacksordnungen zwischen Haushalten, Regionen, sozialen Milieus und Generationen. Der Workshop fragt danach, wie solche kulinarischen Bewegungen entstehen, stabilisiert werden und sich verändern.
Im Mittelpunkt stehen drei miteinander verbundene Perspektiven. Erstens interessieren uns die Affekte des Essens: Wie strukturieren Genuss, Ekel, Begehren, Erinnerung und Gewöhnung kulinarische Erfahrungen? Zweitens fragen wir nach den Materialitäten des Kulinarischen. Welche Rolle spielen Lebensmittel, Geräte, Räume, Infrastrukturen und körperliche Techniken für konkrete Ernährungspraktiken? Drittens untersuchen wir Essen als soziale Ordnung: Wie werden Geschmack, Mahlzeiten, Tischsitten und Vorstellungen angemessener Ernährung in Familien, Märkten, Institutionen, Professionen und Öffentlichkeiten erzeugt und verändert?
Besonderes Interesse gilt Prozessen des kulinarischen Kulturkontakts. Wie verändern sich Gerichte, Praktiken und Geschmacksordnungen, wenn sie zwischen sozialen und kulturellen Kontexten zirkulieren? Welche Formen von Übernahme, Übersetzung, Anpassung, Abgrenzung oder Missverständnis entstehen dabei?
Der Workshop versteht kulinarische Ethnologie als empirisch vergleichende und theoretisch pluralistische Forschung. Im Vordergrund stehen die Beschreibung und Erklärung sozialer Prozesse, nicht ihre vorherige normative Einordnung.