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- Convenors:
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Katja Geisenhainer
(Frobenius Institute for Research in Cultural Anthropology, Frankfurt)
Richard Kuba (Frobenius Institute)
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- Format:
- Workshop
- Working groups:
- History of Anthropology
Short Abstract
Im Fokus stehen Motive, Handlungsspielräume und Verflechtungen früher Ethnolog*innen in Krisen, Kriegen und kolonialen Kontexten sowie die Perspektiven der Beforschten. Unser Augenmerk liegt dabei auf Macht, Verantwortung, Zwang und marginalisierte Stimmen in Quellen, Archiven und Überlieferungen
Long Abstract
Das Thema der DGSKA-Tagung 2027 lädt zu vielfältigen fachhistorischen Reflexionen ein und öffnet den Diskurs für unterschiedliche Perspektiven. Was bewegte frühere Fachvertretende zu ihrer Forschung? Inwiefern beeinflussten die jeweilige politische Lage, Weltkriege, akademische oder persönliche Netzwerke oder andere Konstellationen etwa die Wahl ihres regionalen Schwerpunktes oder die methodische und theoretische Ausrichtung?
Was bewegte Ethnolog*innen in Krisen und Kriegszeiten? Inwieweit war ihre Anerkennung abhängig von politischen, religiösen und sozialen Faktoren oder von ihrem Geschlecht? Manche wurden marginalisiert oder verfolgt und ins Exil gedrängt, andere nutzten politische Situationen für ihren Vorteil, beispielsweise durch die Produktion von Wissen oder Klassifikationen, die Expansion und Repressionen legitimieren sollten oder durch administrative Beihilfe kolonialer Herrschaft.
Eine weitere zentrale Dimension betrifft die Perspektiven derjenigen, die in den – häufig kolonialisierten – Regionen lebten, die von Ethnolog*innen aufgesucht wurden. Deren Stimmen sind in den überlieferten Quellen oft marginalisiert oder gar unsichtbar; dennoch gilt es, ihre Haltungen zu den Forschenden zu rekonstruieren: Misstrauen und Skepsis, taktische Kooperationen, offener Widerstand, ökonomische Abwägungen oder auch die gezielte Nutzung von Forschungssituationen für eigene Zwecke.
Wir laden zu Beiträgen ein, die die Verflechtungen früherer Fachgelehrter analysieren, deren Handlungsspielräume und Motive sowie die Folgen ihres Handelns für sie selbst und andere beleuchten, die Forschungspraxis und wissenschaftliche Verantwortung diskutieren oder die Wege aufzeigen, wie sich die wenig präsenten, etwa indigenen Positionen erschließen lassen – z.B. durch Oral History, lokale Überlieferungen, materielle Kultur oder kritische Lektüre von Lücken und Schweigen in den Archiven – und wie eine solche Perspektive unsere Deutungen von Forschungsbeziehungen und Machtverhältnissen beeinflusst.